Jahresbericht Seelsorge 2025/2026 - I
Mitarbeitende
Jessica Majorino, Pfarreiseelsorgerin
Zurzeit bin ich noch in der Berufseinführung und lerne die vielfältigen Bereiche der Seelsorge kennen.
Einen wirklich typischen Arbeitstag gibt es bei mir kaum. Ein wichtiger Teil ist die Liturgie: Ich bereite Gottesdienste vor, setze mich mit biblischen Texten auseinander und suche nach Wegen, Glaube und Leben zu verbinden. Zurzeit lerne ich auch, Beerdigungen zu gestalten. Dabei erfahre ich, wie wichtig es für Angehörige ist, beim Abschiednehmen begleitet und getragen zu werden.
Besonders wertvoll ist für mich die Begleitung der jungen Generation: Gemeinsam mit Katechetinnen und Eltern die Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten, Schülerinnen und Schüler auf dem Versöhnungsweg zu begleiten und mit Jugendlichen den Firmweg zu gehen.
Seelsorge geschieht auch spontan – im Fitnessclub oder zwischen den Regalen von Migros und Coop. Wo Vertrauen entsteht, braucht es vor allem die Bereitschaft zuzuhören.
Grosse Freude bereitet mir die Zusammenarbeit mit Frauenbund, Kirchenchor, Pfarreirat und Ministrantenschar: Gemeinsam Feste und Apéros zu planen, Ideen umzusetzen, liturgische Feiern zu gestalten und einander zur Seite zu stehen.Auch wenn Abende, Wochenenden und Feiertage oft intensiv sind: Für Menschen da zu sein und ihnen Christus nahezubringen, erfüllt meine Arbeit mit Sinn.
Petra Frei & Marlen Lüscher, Pfarreisekretärinnen
Wenn wir morgens ins Büro kommen, verschaffen wir uns zuerst einen Überblick darüber, was der Tag alles bereithält. Natürlich haben wir einen Plan und nehmen uns verschiedene Aufgaben vor, die wir erledigen möchten. Doch wie so oft kommt es am Ende doch etwas anders.
Als Erstes wird meist der Maileingang geprüft. Die Anfragen sind sehr unterschiedlich und bringen jeden Tag etwas Neues mit sich. Mal benötigt jemand einen Taufschein für eine kirchliche Hochzeit, mal möchte eine Person ihre Adresse ändern oder einen unserer Räume reservieren. Oft erreichen uns aber auch Anliegen von unseren Teamkolleginnen und Teamkollegen aus dem Pastoralraum.
So gestalten wir Flyer oder Liedblätter für kommende Anlässe, organisieren Versände für den Religionsunterricht oder suchen kurzfristig eine Aushilfe für einen Gottesdienst. Bei einem Todesfall sind wir häufig die erste Anlaufstelle für die Gemeinde. Gemeinsam suchen wir einen passenden Termin für die Abdankung, koordinieren die Organisation mit Sakristan und Organist und haben auch immer wieder ein offenes Ohr für die Trauerfamilie.
Zu unserem Alltag gehören zudem die Pflege der Homepage, die Erfassung der Gottesdienste für die Regionalzeitung sowie die Gestaltung unseres Pfarrblatts «Lichtblick». Nach den Gottesdiensten werden die Kollekten gezählt und verbucht, damit auch dieser Bereich seine Ordnung hat.
Und dann gibt es noch die Momente, die wohl jede Sekretärin kennt: Man ist gerade völlig konzentriert an einer Aufgabe, als das Telefon klingelt oder jemand an der Tür steht. Innerhalb weniger Sekunden wechselt man vom Pfarrblatt zur Raumreservation, vom Religionsunterricht zur Trauerbegleitung oder von einer E-Mail zum nächsten spontanen Anliegen.Genau diese Vielfalt macht unsere Arbeit so spannend und abwechslungsreich. Deshalb kommt es auch immer wieder vor, dass am Abend noch nicht alles erledigt ist, was man sich am Morgen vorgenommen hat. Dafür war der Tag bestimmt alles andere als langweilig.
Katia Lopez, Katechetin
Ich arbeite seit 2020 im Pastoralraum Siggenthal. Jeder Tag ist ein bisschen anders und genau das liebe ich an meiner Arbeit. Wenn ich morgens meine Kinder in die Schule geschickt habe, setze ich mich an meinen Laptop und gehe nochmals meine bevorstehende Lektion durch. Da ich immer wieder spontan neue Ideen habe, kann es gut vorkommen, dass ich etwas noch einmal umstelle. Danach kontrolliere ich meine Unterrichtstasche, die ich am Vortag vorbereitet habe, und schaue, ob ich wirklich alles dabei habe. Dann kann es losgehen.
Im Unterricht wird erzählt, gelacht, diskutiert, gespielt, gestaltet und manchmal auch spontan etwas ausprobiert. Wir schauen uns gemeinsam biblische Geschichten an und überlegen, was sie mit unserem eigenen Leben zu tun haben. Wir sprechen über Freundschaft, Mut, Streit, Hoffnung und vieles, was die Kinder beschäftigt. Oft kommen dabei ganz spontane Fragen und Gespräche auf, die mich selbst immer wieder überraschen. Für mich ist Katechese vor allem Begegnung. Ich finde es wichtig, dass die Kinder ihre Fragen stellen dürfen und einfach so sein können, wie sie sind. Ich möchte ihnen zeigen, dass Religion nicht langweilig oder verstaubt sein muss, sondern auch Spass und Freude macht. Dabei geht es für mich auch darum, den Kindern zu zeigen, was es heisst, füreinander da zu sein und Nächstenliebe ganz praktisch zu leben.
Was mir an meiner Arbeit am meisten Freude macht? Die Kinder ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen - mit viel Herzblut und einem kleinen Augenzwinkern.
Matthias Villiger, Jugendseelsorger
Morgens um 08:30 Uhr beginnt der Freitag, wie könnte es anders sein, mit einer Sitzung. Bei dem Treffen handelt es sich um ein Vernetzungstreffen mit den Jugendarbeitsstellen des Siggenthals, den Schulsozialarbeitenden und der Regionalpolizei Baden. Es werden aktuelle Vorkommnisse und Themen besprochen, welche bei den Jugendlichen aktuell sind und unsere Aufmerksamkeit benötigen. Heute geht es um das Thema Mobbing in der Schule und im digitalen Kontext. Nach diesem spannenden und ereignisreichen Treffen mit guter Vernetzungsarbeit, fahre ich in mein Büro in Nussbaumen, wo viele Emails zum Beantworten warten. Von Datenplanungen, über Projektabläufe und einer Beratungsanfrage hat es alles dabei. Viele Mails lassen sich schnell beantworten, einige benötigen eine tiefere Auseinandersetzung wie eine Anfrage einer Mutter, welche sich um das Verhalten ihre jugendlichen Tochter Sorgen macht. Nach dem Mittagessen steht wieder Büroarbeit an. Ich gestalte den Ablauf des Gemeinschaftstags der Firmkurse. Wie mit dem Firmkurs-Team vorbesprochen, nehme ich einige Veränderungen im genauen Ablauf vor. Zusammen mit den beiden Firmkursen Unter- und Obersiggenthal werden wir den Gemeinschaftstag im Wald von Untersiggenthal durchführen, wo sich die Jugendlichen nochmals anders begegnen und mit Naturmaterialien ein Bild kreieren, welches für sie «Glauben» symbolisiert. Nach einem Telefonat mit der Schulsozialarbeit und nach dem Bereitmachen des Firmkurs-Materials fahre ich nach Untersiggenthal ins Atlantis, wo die Atlantis «HIGH5- Party» von 18:00 bis 21:00 Uhr stattfindet. Die Jugendlichen des Teams warten bereits um 17:30 Uhr vor dem Atlantis auf mich und gemeinsam mit den anderen Jugendarbeitenden bereiten wir den Raum für die Party vor. Nach einem gelungenen Abend mit rund 45 Jugendlichen, viel Musik, Burger und Billard findet die Abschlussrunde des Teams mit Feedbacks statt. Um 21:15 schliesse ich die Atlantis-Türe ab und fahre zufrieden und mit vielen positiven Bildern von aktiven und grossartigen Jugendlichen nach Hause.
Lara Pérez, Chorleiterin
Seit 2021 darf ich den Frauenchor Siggenthal in unserer Kirchgemeinde leiten. Als Projektchor gegründet, durften wir seither bereits drei Konzerte aufführen. Auch in Gottesdiensten singen wir regelmässig, vor allem in der Kirche Untersiggenthal. Seit Mai dieses Jahres sind wir nun auch ein Verein.
Wenn ein Gottesdienst ansteht, wähle ich verschiedene Lieder für den Chor und die Gemeinde aus. Dabei ist es mir wichtig, unterschiedliche musikalische Stilrichtungen einzubeziehen und immer wieder Neues zu entdecken.
Projektweise treffen wir uns jeweils am Dienstagabend zur Probe, oft begleitet von Georg Masanz, unserem geschätzten Organisten. Mit viel Freude und Engagement studieren wir die Lieder ein. Besonders schön ist es zu erleben, wie aus einzelnen Stimmen nach und nach ein gemeinsamer Klang entsteht. Wenn die Stimmen zusammenfinden und die Freude am gemeinsamen Singen spürbar wird, entsteht für mich etwas ganz Besonderes. Für mich sind das Momente, in denen Musik zu einer Verbindung wird, die über uns hinausweist. Ich schätze es sehr, mit so engagierten und herzlichen Frauen zu singen. Wir lachen viel, lernen voneinander und haben Freude daran, gemeinsam Musik zu machen. Diese vielen kleinen und besonderen Momente geben mir immer wieder neue Freude und Motivation, den Chor weiterzuführen.
Martina Petranca, Katechetin und Altersseelsorgerin
Um 7 Uhr starte ich im Begegnungszentrum mit Religionsunterricht für eine Gruppe Viertklässler. Ich fange an, ihnen die Geschichte von Josef zu erzählen. Die Geschichte der 12 Brüder erinnert uns oft auch an unser eigenes Familienleben. Um 8.15 Uhr fahre ich nach Hause und bereite eine Trauerfeier vor. Ah ja, über den Mittwochs-Gottesdienst nächste Woche sollte ich mir auch noch Gedanken machen! Das fliesst auch noch in die Arbeit ein. Um 10 Uhr mache ich mich auf den Weg nach Kirchdorf, wo wir Team-Sitzung haben. Kurz vor 12 Uhr darf ich dann in die Mittagspause. Der Magen knurrt und etwas Ruhe tut mir gut. Denn am Nachmittag treffe ich mich mit 12 Kindern der 6. Klassen im Pflegeheim Tertianum. Sie haben sich entschieden, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Zeit zu verbringen. Ich zeige ihnen das Haus, erkläre den Umgang mit den älteren Menschen und wir lernen auch schon einige kennen. Die Lebensfreude der Kinder tut den Senioren und Seniorinnen gut und sie strahlen sie freudig an. Nach zwei intensiven Stunden fahre ich nach Hause, beantworte ein paar Mails und fahre dann nach Untersiggenthal, wo wir uns mit dem Firmkurs zum Start ins Sozialprojekt treffen. Das ist einer von all meinen interessanten und abwechslungsreichen Arbeitstagen, die mir viel bedeuten.
Gemeindeanimator und Öffentlichkeitsverantwortlicher, Igor Simonides
Bei meiner Arbeit unterstütze ich die Freiwilligen und Gruppen in ihrer Tätigkeit in der Kirche. Mein Tagesablauf ist geprägt vom Austausch mit diesen Menschen und der Schnittstelle zu uns als Mitarbeitende und der Frage, wie Unterstützung sinnvoll und wirksam geleistet werden kann.
So habe ich heute morgen ein Treffen mit David Wick und Kateri Lässer bei ihr zu Hause. Wir bereiten unseren Stand und Auftritt am Fest der Nationen vor. Wie wollen wir uns als Gruppe «Asyl – lokal» präsentieren? Wie binden wir die Geflüchteten aus der Notunterkunft bei den Vorbereitungen und Umsetzung ein?
Am Nachmittag treffe ich mich mit Bea Burger vom Frauenbund und wir besprechen die Inhalte der Webseite «Frauenbund Obersiggenthal». Wie soll die Seite weiterentwickelt werden? Wie soll die Webseite die Arbeit des Frauenbunds unterstützen?
Am späteren Nachmittag stelle ich wie abgesprochen die Hot Dog Maschinen im Pfarreizentrum in Untersiggenthal bereit. Sie werden für das Strassenfest des Quartiervereins Niederwies gebraucht. Die Raumreservation und Einladung für ein KickOff Meeting mit unserem Webseiten Entwickler erledige auch gleich.
Diakonie ist eine Kernaufgabe unserer Kirche. Unterstützung leisten, wo sie benötigt wird. Praktisch und unmittelbar. Besonders dort, wo Not herrscht. Unabhängig von Herkunft und sozialen Status. Gelebte Solidarität und Nächstenliebe. Ich erfahre viel Dankbarkeit bei dieser Arbeit.
Informationen
Gemeindeversammlung
DO 12.11.2026
Mitarbeitende
Jessica Majorino
Petra Frei & Marlen Lüscher
Katja Lopez
Matthias Villiger
Lara Pérez
Martina Petranca
Igor Simonides



